Conversion Magazin

Wir haben Superwoman auf unserer Konferenz. Über Neuroökonomie - Wie das Gehirn Ihrer Kunden Entscheidungen trifft" wird sie referieren.

 

Redaktion: Hallo Ivana, stell dich doch einmal den Lesern vor.

Iva: Ich bin Iva Randelshofer, UX Research Operations Manager bei Ubisoft. Vor allem bin ich aber leidenschaftlich dabei, durch Human-Centered Design und User Experience Probleme zu lösen, die Menschen bei der Benutzung mit Technologien erfahren. Mein Kerngebiet ist die Human-Computer Interaction (Mensch-Maschinen Interaktion) und in meiner Rolle bei Ubisoft bin ich dafür zuständig, internationale, studio-übergreifende Research Prozesse und Pipelines aufzusetzen, damit unsere Designer*innen Kapazitäten und vollen Zugang zum Research und User Testing haben, um ihre Designs durchgehend an den Bedürfnissen, Wünschen und Erwartungen unserer Spieler*innen auszurichten – vom ersten Wireframe an, bis hin zum fertig-designten Produkt.

 

Redaktion: Was hat dich dazu veranlasst/ was war deine Intention den Beruf auszuüben?

Iva: Als ich nach meinem Studium des Designs die Möglichkeit bekommen habe, in der Forschung zu arbeiten, bekam für mich die Tätigkeit des Designers eine ganz andere Bedeutung. Etwas zu designen, das nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern eine Funktion dahinter hat und auch gleichzeitig zur Lösung von Problemen beiträgt, ist ein großer Gamechanger für mich damals gewesen. Seitdem ist es der größte Anreiz für mich, durch Design Probleme zu lösen, Interaktionen mit Technologien einfacher und intuitiver zu gestalten und die Bedürfnisse der Menschen kennen zu lernen und anzusprechen, die mit Technologien arbeiten. Video Spiele sind ein perfektes Beispiel einer solchen Schnittstelle, da gibt es unzählige Möglichkeiten, durch gutes UX und Research, das Erlebnis unseren Spieler*innen zu verbessern und die Qualität der Spiele anzuheben.

 

Redaktion:  Seit wann bist du in diesem Bereich tätig? Was zeichnet dich besonders aus?

Iva: Ich arbeite seit mittlerweile 13 Jahren im Bereich User Experience und Human-Computer Interaction, die meiste Zeit davon in der Video Games Branche. Allgemein ist das Feld von UX in den letzten Jahren sehr stark gewachsen und ich hatte die Chance, in unserem Unternehmen praktisch von ganz Anfang an dabei zu sein und dadurch ein Pioneer im Bereich UX in der deutschen Gamesbranche zu werden. Es ist wunderbar zu sehen, die jetzt mehr ausgebildete, talentierte UX Designer dazu stoßen und wie erfolgreich und bedeutend UX und CUX mittlerweile geworden ist und das nicht nur bei den großen Unternehmen. Es ist ein tolles Gefühl, endlich nicht mehr als „Nice to have“ gesehen zu werden.

 

Redaktion: Hast du eine besondere Passion entwickelt und wie ist diese zustande gekommen?

Iva: Meine Leidenschaft gehört eindeutig der Wissenschaft. Human-Computer Interaction (Mensch-Maschinen Interaktion) ist eine Symbiose aus mehreren Bereichen, wie etwa Informatik, Ergonomie, Design, Kognitiven Wissenschaften, Soziologie und vielem mehr. Es fasziniert mich, wie fließend der Übergang innerhalb dieser Disziplinen ist und auch bereichernd für die eigene Expertise, weit über den eigenen Tellerrand blicken zu können – denn überall findet man Anknüpfungspunkte, um das eigene Metier noch besser zu verstehen und andere Perspektiven, Methoden und Theorien kennen zu lernen. Ganz besonders hat es mir vor einigen Jahren die Neurowissenschaft angetan, die Überschneidungen zur Human-Computer Interaction waren für mich und meine persönliche Perspektive in Hinblick auf unsere Benutzer*innen wirklich maßgebend und prägen seitdem auch meine Herangehensweise an das Human-Centered Design.

 

Redaktion: Warum bist du gut, indem was du machst?

Iva: Ich bin sehr neugierig und will ständig Neues dazu lernen. Ehrlichgesagt, hab ich weitaus mehr Interessen, als ich Zeit habe, allen davon nachzugehen. Aber meistens dreht es sich um komplementäre Wissenschaftszweige zu meiner Core-Expertise Human-Computer Interaction. Ich interessiere mich aber nicht nur für die Technologie, sondern vorrangig auch um die Menschen, die diese benutzen. Ich höre ihnen gerne zu, sehe zu, wie sie Erfahrungen mit Technologien machen – ob sie gut oder frustrierend sind – und überlege ständig, wie man alles noch einfacher, intuitiver und zufriedenstellender designen könnte. Denn im Design ist eigentlich klar, dass es keine „Human Errors“ gibt – nur schlechtes oder uninformiertes Design, welches nicht auf die Probleme eingeht, oder die Erwartungen der Menschen erfüllt, für die es designed wurde. Ich nehme diese Verantwortung als Designer sehr ernst.

 

Redaktion: Worüber wirst du auf der Bühne referieren?

Iva: Über Neuro-Ökonomie, eine neue Wissenschaftsrichtung die sich damit befasst, wie das Gehirn im Allgemeinen Entscheidungen trifft. Und natürlich auch darüber, wie wir ein solches Know-How sinnvoll einsetzen können, um (fair!) mit unseren Kund*innen zu interagieren, ganz im Sinne des User-Centered Designs.

 

Redaktion: Warum sollten die Leute diese Konferenz nicht verpassen?

Iva: Es gibt nichts Spannenderes, als sich über seinen / ihren eigenen Tellerrand fortzubilden und Erfahrungen auszutauschen, vor allem solche, die nicht aus dem eigenen Expertise-Bereich kommen. Die Vortragenden bei der Konversion.Digital Konferenz kommen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und auch wenn uns der rote Faden der digitale Wertschöpfung und Kundenzentriertheit verbindet, so bringt jede*r das eigene Know-How und die eigene Perspektive mit, wodurch die Kernthemen sehr vielfältig präsentiert werden. Hier ist für jede*n was dabei, um neue Gedankenanstöße und Anreize zu gewinnen.

 

Redaktion: Was möchtest du den Leuten mit auf den Weg geben?

Iva: Customer & User Experience, Neuro-Marketing, Kognitive Wissenschaften,… das sind alles sehr mächtige Tools und kommen immer mehr zur Geltung wenn wir mit unseren Kund*innen interagieren. Doch wie es so schön heißt – „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ (Stan Lee in Spiderman : ) – es ist wichtig, fair zu bleiben, Vertrauen zu schaffen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse sinnvoll – vor allem aus der Perspektive unserer Benutzer*innen, einzusetzen. Denn nur so gelingt ein nachhaltiges, langfristiges Verhältnis mit unseren Kund*innen, das auf Loyalität, Wertschätzung und Vertrauen basiert.

 

Redaktion: Hast du besondere Schwerpunkte, in denen du dich schulst und weiterentwickelst?

Iva: Außerhalb meines Kernbereichs der Human-Computer Interaction und des Informationsdesigns, sind für mich Themen rund um Accessibility sehr relevant. Denn Design ist ein essenzielles Instrument, um Potenziale derer zu frei zu schalten, die mit Einschränkungen im Bezug auf vorwiegend elektronische Medien fertig werden müssen und leider immer noch viel zu oft außen vor gelassen werden, wenn wir neue Technologien designen. Design sollte es sich zur Aufgabe machen, jedem Menschen die gleichen Möglichkeiten und Chancen zu gewährleisten, an unserer Gesellschaft eigenständig teil zu haben. Daher ist gerade der Bereich des Universal Designs etwas, in das ich seit längerem Zeit investiere und mich weiter fortbilde. Denn eine Technologie oder ein Produkt ist nur dann wirklich ausreichend und gut, wenn wirklich alle die Möglichkeit bekommen, es zu verwenden.

 

Redaktion: Was wünscht du dir für die Zukunft?

Iva: Mehr ehrliches Interesse und Verständnis für unsere Benutzer*innen, ihren Herausforderungen mit Technologien, ihren Wünschen und Erwartungen. Human-Centered Design und auch Universal Design sind etwas Großartiges, das den Menschen Türen öffnet und sie besser, zufriedener und eigenständiger werden lässt, in dem, was sie tun. Ich wünsche mir daher seitens unserer Branche mehr Verantwortung und Respekt, Fairness und vor allem mehr wirkliche Problemlösungs-Ansätze.

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