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von David Odenthal
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Er gilt als Deutschlands bekanntester digitaler Verführer. Als Autor hat er sowohl in eigenen Publikationen (z.B, „Landing Page SEO“ oder „Haifischbecken Internet Marketing“) als auch in Sammelwerken wie z.B. dem Bestseller „Der Online-Marketing-Manager: Handbuch für die Praxis“ sein Wissen geteilt. Die Gruppe „E-Marketing“ bei XING hat inzwischen mehr als 12.000 Mitglieder. Mit dem karlsCORE hat er eine Community geschaffen die es in Deutschland kein zweites Mal gibt.

Als Speaker ist er auf zahlreichen Events zu sehen. Man kennt ihn also sehr gut in der Szene.

Redaktion: Wie würdest du dich selbst am liebsten vorstellen / beschreiben?


Karl Kratz: Ach je … das wird immer so hochgepusht. Für die einen bin ich ein Online-Guru, für die anderen irgend eine andere Erleuchtung. Ich finde das befremdlich. Unterm Strich bin ich einfach ein Typ, der seit einer Weile Online-Marketing macht, keine Lust mehr auf Skalierungs-Wahn hat und robuste Prozesse und Systeme sexy findet.

Es ist ja recht einfach, sich an Superlativen zu orientieren:

  • Die am schnellsten wachsende Agentur!
  • Das Startup mit dem größten Venture Capital!!
  • Die größte Konferenz!!!

Aber was sagt das schon über die Lebensqualität der Menschen in den Systemen aus? Das ist halt nicht mehr meine Welt. Deshalb habe ich 2009 meine Firmen verkauft und mit „karl kratz online marketing“ ein Unternehmen gegründet, „welches nicht skaliert“ – sondern durch Fokussierung, Reduktion und Intensivierung beständig wächst.

Wenn ich mich selbst beschreiben müsste, dann wäre mein Unternehmen gerade ein guter Spiegel: Definiertes (digitales) Spielfeld, robuste und verlässliche Abläufe und viel Raum für Experimente, Lernen und Erfahrungen – fernab von jeglichem Skalierungs-Wahn. Unterm Strich geht’s um Fokussierung, Reduktion, Intensivierung.

Redaktion: Im Mai wirst du auf der Bühne der Conversion Roadshow stehen. Dein Vortragstitel ist „Die Kunst der digitalen Inszenierung“. Worum geht es bei diesem Vortrag?

Karl Kratz: Die Wahrnehmung des Wertes einer Sache, eines Angebots, einer Dienstleistung entsteht an genau einem einzigen Punkt:

Im Kopf des Betrachters!

Und im Kopf des Betrachters haben hauptsächlich zwei Faktoren einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung des Werts:

Der situative Kontext und die Inszenierung.

Auf den situativen Kontext haben wir oft wenig Einfluss – auf die Inszenierung einer Sache schon deutlich mehr. Und in dieser neuen Keynote geht es um die Frage: „Wie inszenierst Du heute Dein Produkt bzw. Deine Dienstleistung … und wie würden das andere Experten machen?“

Wer sind denn diese „anderen“ Experten? Vor allem Menschen, deren täglicher Job tatsächlich die Inszenierung ist: Zum Beispiel ein Komponist wie Hans Zimmer. Oder ein Regisseur wie Quentin Tarantino. Ein Autor. Fotograf. Schauspieler. Magier. Künstler …

Alle diese Berufsgruppen arbeiten täglich mit der Inszenierung von Wert – wir sollten von den größten Profis die Konzepte und Funktionsprinzipien ihrer Arbeit analysieren, lernen und die Erkenntnisse für uns anwenden.

Redaktion: Wieso hast du dir genau dieses Thema ausgewählt?

Karl Kratz:

  • „Die Kunst digitaler Inszenierung“ (2019) ist eine Fortschreibung der zwei Keynotes
  • „Die Kunst digitaler Berührung“ (2018) und
  • „Die Kunst digitaler Verführung“ (2017).

Ich möchte die Wahl dieses Themas gerne anhand von ein paar Beispielen verdeutlichen:

  1. Die Kreditkarte: Wie inszenieren AMEX und VISA ihr Produkt? Und wie macht das Apple?
  2. Eine Reinigungs-Dienstleistung: Wie inszeniert das Helpling? Und wie Amazon Home Services?
  3. Hundefutter: Wie inszeniert das REAL? Und wie Fellfreude?

Wer sich nur diese paar Beispiele anschaut, stellt schnell fest, was im Online-Marketing im Argen liegt.

In dieser Keynote gibt es Blut, Harry Potter auf Drogen, Nacktheit, Betroffenheit. Aber auch Hoffnung, Humor, Visionäres und Geschichten. Das sind die Dinge, die im Gehirn etwas aktivieren. Wir sollten das Funktionsprinzip abstrahieren und in unser Online-Marketing integrieren.

Redaktion: Was sind aus deiner Sicht die typischen Fehler die Online Marketer immer wieder machen?

Karl Kratz: Das ist ein breites Feld – ich hatte dazu gerade erst einen Artikel im Magazin „Website Boosting“ von Prof. Mario Fischer geschrieben. Unterm Strich beginnt allerdings alles mit fehlendem Testing, Ego und Meinung – fernab von Daten. Alle anderen „Fehler“ wären mir erstmal egal.

Redaktion: Welche Rolle spielt Conversion Optimierung in deiner täglichen Arbeit?

Karl Kratz: Haha, super Frage – meine tägliche Arbeit IST Konversions-Optimierung.

Ich betreibe absichtlich ein „kleines“ Unternehmen. Ziel eines jeden Unternehmens ist es in der Regel, Gewinne zu erwirtschaften. Um Gewinne zu erhöhen, ohne die Ressourcen-Investition zu erhöhen braucht es Konversions-Optimierung auf *allen* Ebenen.

Da mein Unternehmen nicht im konventionellen Sinn für „Skalierung“ ausgelegt ist, sind wir förmlich gezwungen, jeden einzelnen Prozessschritt kontinuierlich zu hinterfragen, zu automatisieren, zu optimieren.

Redaktion: Kann man deiner Meinung nach Conversion Optimierung als eigene Disziplin ansehen oder gehört es immer zwingend in einen Gesamtkontext?

Karl Kratz: „Als eigene Disziplin“ würde die Konversions-Optimierung irgendwo als seelenlose Silo-Organisation ihr Dasein fristen und müsste sich entweder dauernd bei Fach- bzw. Stabs-Abteilungen einkaufen/ einklagen/ einschlafen oder müsste dauernd eingekauft/ eingeklagt/ eingeschlafen werden.

Das ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Konversions-Optimierung ist aus meiner Sicht ein integraler Bestandteil jeglicher Unternehmens-Funktion.

Redaktion: Vertraust du bei deiner Arbeit eher auf knallharte Daten und Fakten oder auf dein Bauchgefühl?

Karl Kratz: Solange ich keine Daten habe, vertraue ich gerne auf mein Bauchgefühl. In der Regel nur, um mich dann von den knallharten Daten und Fakten belehren zu lassen, dass mein Bauchgefühl mal wieder daneben lag. ☺

Im Privatbereich kann ich gerne viel mit Bauchgefühl machen – das ist ja auch eine sehr romantische Sache. Im Unternehmen sollte es aus meiner Sicht immer eine Kombination aus Beidem sein.

Redaktion: Was hältst du von Themen wie Personalisierung, AI, Machine Learning & Co?

Karl Kratz: Von klug gemachter „Personalisierung“ halte ich sehr viel: Wir Menschen streben nach Selbsterkenntnis, Resonanz und Bestätigung – dafür ist die Personalisierung ein ideales Werkzeug.

Zu „AI“ kann ich leider nicht besonders viel sagen, da ich schlicht noch nicht das Vergnügen hatte. Jede „AI“, die ich bisher angeschaut habe, war unterm Strich entweder ein „naja, wir haben halt Daten und dynamische Regeln“ oder „wir füttern ein System mit Trainingsdaten und schauen uns dann an, wie es herumrät“.

Ich bin zuversichtlich, dass die Zukunft brauchbare AI-Modelle liefern kann. Aber mal im Ernst: Was will ein Unternehmen, dass noch nicht mal einen A/B-Splittest hinbekommt, jetzt plötzlich mit AI?

Redaktion: Welche Trends sind deiner Meinung nach spannend und sollten unbedingt beachtet werden?

Karl Kratz: Ach, Trends. Gar keine Trends. Jede Woche kommt ein neuer Hype, ein neuer Trend um die Ecke. Und wenn man jetzt trotzdem was über Trends lesen mag, der nimmt einfach dieses drei Themen als „Trend“:

  • Gewinn-Optimierung.
  • Geschwindigkeits-Optimierung.
  • Benutzbarkeits-Optimierung.

Das sollten wichtige Faktoren jeder Online-Strategie sein und die einzige Frage der Strategie beantworten können: „Wann wollen wir wie auf diesem Spielfeld gewinnen?“ Die Resonanz mit irgendwelchen „Trends“ ergibt sich dann auf taktischer bzw. operativer Ebene dann in der Regel von selbst.

Redaktion: Als Online Marketing Experte bist du mit deinem Wissen sehr breit aufgestellt. Gerade Anfängern fällt es schwer sich auf die wichtigsten Bereiche des Online Marketings zu fokussieren. Welchen Tipp hast du, um den richtigen Fokus zu setzen?

Karl Kratz: Zunächst ist aus meiner Sicht ein solides Verständnis des Technologie-Stacks wichtig, um auf den darauf aufgebauten Layern Entscheidungen treffen zu können. Online-Marketing ist eine technologische Disziplin: Die Kommunikations-Layer kommen ohne den Technologie-Layer nicht aus.

Wer sich heute im Online-Marketing breit positioniert, hat in der Regel mit mindestens diesen Bereichen zu tun:

  • Digitale Strategie
  • Digitale Findbarkeit
  • Digitale Inhalte
  • Konversions-Optimierung
  • Web-Technologie

Alle diese Bereiche enthalten untereinander vielfältige Wechselwirkungen und sind von vielen weiteren Disziplinen typischerweise komplett durchzogen: Zum Beispiel die Web- / Daten-Analyse, das Online-Recht, die Anwendungs-Entwicklung usw.

Wer heute mit dem Thema „Online Marketing“ loslegen möchte, kommt um einen Blick in all diese Tätigkeitsfelder schon gar nicht mehr herum: Es macht in den meisten Fällen gar keinen Sinn mehr, einen Bereich isoliert kennenlernen zu wollen.

Wer zum Beispiel in den Bereich der digitalen Inhalte gehen möchte, verhandelt Zieldefinitionen mit der Digital-Strategie, erhält Vorgaben bzw. Vorschläge aus der digitalen Findbarkeit, Briefings aus der Konversions-Optimierung und hat Anforderungen im Bereich der Web-Technologie.

Grundsätzlich empfehle ich zuerst ein breites Grundlagenwissen mit einer späteren Vertiefung in zwei bis drei Spezialgebieten.

Und wer dann auf’s nächste Level möchte, nimmt komplett andere Disziplinen hinzu: Zum Beispiel die wissenschaftlichen Konzepte aus der Hypnose, der Magie und der Psychologie. Wer diese Konzepte abstrahiert und auf das Online-Marketing anwendet, macht nochmal eine ganz neue Tür auf. ☺

Redaktion: Danke für das Interview. Wir freuen uns schon jetzt auf deinen Speakerslot!

Karl hält nicht nur seinen Vortrag "Die Kunst der digitalen Inszenierung" auf der Bühne der Conversion Roadshow, sondern hat genau zu den fünf Themengebieten auch entsprechend seine Seminare aufgebaut! Die Seminare kannst Du hier einsehen *KLICK*.

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