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Simplifizierung beginnt im Denken

Ein Gespräch mit Coskun „Josh“ Tuna über Systeme, Klarheit und digitale Verantwortung.

Inhaltsverzeichnis


Ein Gespräch mit Coskun „Josh“ Tuna über Systeme, Klarheit und digitale Verantwortung

Vom Staatsdienst ins Internet – eine frühe Entscheidung für Freiheit

Coskun Tuna, den viele Josh nennen, gehört zu einer Generation von Unternehmern, die das Internet nicht als Marketingkanal, sondern als strukturellen Umbruch erlebt haben. Geboren 1973 in Düren, aufgewachsen als Kind türkischer Gastarbeiter, führte ihn sein Weg zunächst zur Landespolizei in Nordrhein-Westfalen. Ordnung, klare Abläufe und Verantwortung prägten diese Zeit.

Der Wendepunkt kam während einer Dienstreise nach Berlin. In einem Internetcafé erkannte er das Potenzial eines Systems, das Informationen jederzeit und überall verfügbar macht. Diese Begegnung ließ ihn nicht mehr los. Gemeinsam mit einem Kollegen verließ er den sicheren Staatsdienst und gründete Mitfahrzentrale.de. Seit über zwei Jahrzehnten ist er Unternehmer in der Online-Branche.

Simplifizierung bedeutet nicht, Schritte zu streichen“

Coskun, stell dich unseren Leserinnen und Lesern bitte kurz vor.

Coskun Tuna: „Nenn mich gerne Josh. Das ist die verkürzte Form meines türkischen Vornamens Coskun, der eigentlich „Dschoschkun“ ausgesprochen wird. Ich wurde 1973 in Düren geboren und lebe bis heute hier. Nach dem Abitur bin ich zunächst zur Landespolizei NRW gegangen, weil mich Struktur, Verantwortung und Klarheit interessiert haben.

Der eigentliche Bruch kam später, eher zufällig. In Berlin bin ich während einer Dienstreise in einem Internetcafé gelandet. Dort habe ich sofort verstanden, was dieses neue Medium bedeutet: Informationen eingeben und abrufen zu können, unabhängig von Ort und Zeit. Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen.

Ich habe damals gemeinsam mit einem Kollegen entschieden, die Polizei zu verlassen und Unternehmer zu werden. Wir gründeten Mitfahrzentrale.de. Seitdem bin ich durchgehend in der Online-Welt unterwegs, inzwischen seit mehr als 22 Jahren.“

Coskun Tuna im Interview

„Vereinfachung setzt Verständnis voraus“

Du sprichst häufig von Simplifizierung. Was meinst du damit konkret?

Coskun Tuna: „Ich sehe mich selbst nicht als klassischen Experten. Eher als jemand, der Systeme beobachtet. Ich segle gewissermaßen als Abenteurer durch digitale Landschaften und habe über die Jahre gelernt, bestimmte Muster früh zu erkennen. Für mich ist Simplifizierung kein technischer Akt, sondern ein Denkprozess.

Vereinfachung wird oft missverstanden. Viele glauben, man müsse einfach Schritte entfernen oder Prozesse verkürzen. Das ist gefährlich. Wenn notwendige Elemente fehlen, entsteht kein einfaches System, sondern ein instabiles. Dann wird aus vermeintlicher Einfachheit schnell Kompliziertheit.

Echte Simplifizierung beginnt damit, ein System vollständig zu verstehen. Erst wenn klar ist, wie einzelne Teile zusammenwirken, wo Abhängigkeiten bestehen und warum bestimmte Schritte existieren, kann man sinnvoll vereinfachen. Alles andere ist kosmetisch.“

„Digitale Systeme brauchen Verantwortung“

Wo kann man dir begegnen und mehr von deiner Arbeit erfahren?

Coskun Tuna: Seit Mitte 2025 bin ich Geschäftsführer der VON DONAU GmbH. Unser Ziel ist es, Leistungssportler im digitalen zu unterstützen.

Für mich steht dabei immer eine Frage im Mittelpunkt: Verstehen die Menschen, was sie nutzen? Digitale Systeme müssen Orientierung geben, nicht überfordern. Gerade in Zeiten von Automatisierung und KI dürfen wir Verantwortung nicht auslagern. Wir müssen Systeme bauen, die nachvollziehbar bleiben – technisch wie menschlich.