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Above the Fold.

Der Bereich einer Webseite, den der Nutzer sieht, ohne zu scrollen. Ein Begriff aus dem Zeitungsdruck, der im digitalen Zeitalter mehrfach totgesagt und doch nie ersetzt wurde — und bis heute der wichtigste Quadratmeter jeder Landingpage.

Der Begriff „Above the Fold" stammt ursprünglich aus der amerikanischen Zeitungswelt: Tageszeitungen wurden in der Mitte gefaltet in den Kiosk gelegt, und nur die obere Hälfte war beim Vorbeigehen sichtbar. Genau dort musste die wichtigste Schlagzeile sitzen — weil sie über den Kauf entschied. Das Prinzip ließ sich nahtlos ins Web übertragen: Der Bereich, den ein Nutzer nach dem Laden einer Seite ohne Scrollen sieht, trägt die größte Verantwortung für die erste Entscheidung — bleiben oder gehen.

Ist Above the Fold noch relevant?

Zwischenzeitlich wurde der Begriff oft für tot erklärt. Nutzer scrollen heute selbstverständlich, Smartphones haben den „Fold" zu einer variablen Größe gemacht, und Jakob Nielsen schrieb 2010: „The fold is dead." Das stimmt nur halb. Richtig ist: Nutzer scrollen — wenn sie einen Grund dazu haben. Und dieser Grund muss oberhalb des Folds stehen.

Studien von Nielsen Norman und CXL zeigen konsistent: Der Informations­wert der ersten sichtbaren Bildschirmfläche liegt um ein Vielfaches höher als der des Bereichs darunter. Wer im ersten Blick nicht verstanden hat, worum es geht, scrollt in der Regel nicht nach Antworten — er geht zurück zur Google-Ergebnisliste.

Was ins Above-the-Fold gehört

  • Eine klare Value Proposition — was bietest du, für wen, warum besser als andere?
  • Ein primärer Call to Action — sichtbar und eindeutig, nicht „mehr erfahren".
  • Ein VertrauenssignalSocial Proof, ein bekanntes Logo, eine Bewertung, eine Zahl.
  • Visuelle Orientierung — ein Bild oder Element, das zeigt, was der Nutzer hier erhält.

Was nicht hineingehört: Karussells mit drei Botschaften gleichzeitig, Stockfotos ohne Informationsgehalt, Cookie-Banner, die den Hauptinhalt verdecken, und „Willkommen auf unserer Website"-Überschriften, die Platz verschenken. Jede dieser Sünden kostet messbar Conversion — und das Above-the-Fold ist der Ort, an dem sie am stärksten wirken.

Das Prinzip gilt plattformübergreifend. Auf Mobilgeräten ist das Above-the-Fold kleiner, weshalb die Priorisierung noch härter wird. Im Gutenberg-Diagramm liegt es im primären optischen Bereich — der Stelle, auf der das Auge als erstes landet.