Google Analytics 4 — das event-basierte Analytics-Modell, mit dem Google 2023 Universal Analytics abgelöst hat. Technisch ein kompletter Bruch, konzeptionell ein Paradigmenwechsel und für die meisten Teams bis heute ein Projekt mit offenen Baustellen.
In Universal Analytics war alles eine Session — ein zeitlich begrenzter Besuch, an dem Seitenaufrufe, Interaktionen und Ziele hingen. GA4 denkt anders: Alles ist ein Event. Ein Seitenaufruf, ein Klick, ein Scroll, ein Formular-Submit, ein Kauf — jede dieser Aktionen ist ein Event mit beliebigen Parametern. Sessions werden erst im Reporting daraus rekonstruiert. Das ist flexibler, aber für Teams, die „GA-Denke" jahrelang verinnerlicht haben, ein Umbau von Grund auf.
Wir sehen bei Audits immer wieder dieselben Probleme: Events, die nicht konsistent benannt sind, Conversion-Trichter, in denen die entscheidenden Zwischenschritte gar nicht getrackt werden, Consent-Banner, die Events vor der Zustimmung blockieren und dadurch stille Datenlücken erzeugen, sowie eine falsch konfigurierte Zeitzone, die Tagesreports um Stunden verschiebt. Keines dieser Probleme ist unlösbar — aber sie entstehen fast immer, weil GA4 als „schnelle Migration" behandelt wurde statt als strategisches Tracking-Projekt.
Der Begriff gehört in den Kontext von Google Analytics insgesamt: GA4 ist nicht einfach die nächste Version, sondern ein eigenes Produkt mit eigener Logik. Wer CRO seriös betreibt, braucht ein sauberes GA4-Setup — denn ohne saubere Daten ist jeder A/B-Test blind.